Diesen interessanten Artikel fand ich kürzlich beim stöbern im Internet, ich habe ihn einfach mal kommentarlos übernommen.
Essigreiniger oder Essigessenz werden immer noch gerne im Haushalt zur Reinigung von sanitären Anlagen eingesetzt, weil sie schnell und vollständig biologisch abbaubar sind und durch den Geruch den Eindruck vermitteln, gut gereinigt oder sogar„desinfiziert“ zu haben.
Allgemein werden saure Reiniger eingesetzt, um Kalk und Urinstein durch chemische Zersetzung zu entfernen. Mit Essig und auch mit Essigreiniger lässt sich aber nur leichter Kalkschleier entfernen. Harte und unansehnliche Kalkablagerungen bleiben haften und bieten Bakterien Raum, sich zu vermehren und somit Gerüche zu verbreiten. Nicht gerade eine gute „Visitenkarte“ für den Anwender.
Der Einsatz von Essigreiniger ist problematisch, worauf die vielen „Ökoratschläge“ nicht hinweisen. Essig reagiert sehr stark mit kupferhaltigen Verbindungen und bildet Grünspan. Bäder und Toiletten mit bronzenen (Kupfer-Zinn-Legierung) Armaturen sind davon besonders betroffen. Aber auch normale verchromte Armaturen sind gefährdet. In der Chromschicht gibt es bereits nach der Produktion winzige Haarrisse. Essig dringt dort ein, unterwandert den Chrom und richtet im Laufe der Zeit Schäden an (Chrom platzt ab). Empfindlich sind die beweglichen Teile der Armatur. Durch die mechanische Bean- spruchung wird im Laufe der Zeit an den Verbindungsstellen die Chrom- und Nickelschicht bis zum Grundmaterial Messing abgeschabt und abgetragen. Essig und Essigessenz entfernen keine Kalkseife oder fettige Verschmutzungen, weil keine Tenside vorhanden sind. In der Praxis sind Kalkverschmutzungen meist überlagert oder eingebettet von/in Fett- und Kalkseifenverschmutzungen, so dass der Kalk gegenüber der Säure einen Schutz hat. Die Wirkung von Essig ist in diesen Fällen gleich null.
Auch die Arbeitsplatz-Grenzwerte (AGW) erfüllen die Anforderungen der neuen Gefahrstoffverordnung nur begrenzt. Die Dämpfe von Essigsäure sind z. B. 50-mal gefährlicher als die von Aceton!
In Verbindung mit Seife bildet Essig schwer lösliche Fettsäureablagerungen auf Oberflächen! (Quelle: Lutz – Reinigungs- und Hygienetechnik 14. Erg-Lfg 5/06)
Fazit: Die Reinigungsmittelindustrie hat flüssige oder pulverförmige Sanitärreiniger entwickelt, die Kalk- und Urinstein sowie fetthaltige Verschmutzungen und Kalkseife materialschonend und wesentlich effektiver entfernen.
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